Ein typisches "Corona-Projekt" oder

wie viel Zeit bleibt auf der Straße für ein Foto, bis das nächste Auto kommt?



Anfang 2020. Man darf (soll) nicht raus. Das wird kontrolliert. Für mich als Fotograf würde das alleine ja noch keine wirkliche Einschränkung bedeuten, in den Bergen sind ohnehin sehr wenige Leute. Das wirkliche Problem war die Anfahrt dorthin mit dem Auto, dabei war die Wahrscheinlichkeit, kontrolliert zu werden, schon groß. Letztendlich also für mich keine optimale Möglichkeit. Ich war also auf der Suche nach Alternativen bzw. Kompromissen. Und so einen Kompromiss fand ich dann auch mit der steierischen Landeshauptstadt Graz. Ich musste nicht so weit fahren, das war riskierbar. Und es war ohnehin niemand unterwegs. Also durchaus spannende Vorzeichen. Ich machte mich daran, meine Geburtsstadt zu fotografieren. Vorwiegend in der Nacht (da sind dann wirklich -fast- keine Menschen mehr unterwegs). Und so entstand, vorwiegend im Jahre 2020, eine durchaus stattliche Anzahl an Fotografien, wo ich nunmehr endlich die Zeit gefunden habe, diese zu bearbeiten und zu zeigen.

ein typisches "Corona-Projekt", unschwer erkennbar auch am Stadtpark-Brunnen



Und so machte ich mich auf, Graz zu erkunden. Vorgabe von mir war lediglich, die ganz typischen Sehenswürdigkeiten a la Schlossberg & Co auszulassen. Es waren eher "neuere", architektonisch spannende Bauwerke, die mich interessierten.


zwar nicht wirklich neu, aber immer noch sehr futuristisch: das Gewächshaus im botanischen Garten.


In den ersten Monaten des Jahres 2020 war ich sehr oft, zu sehr unchristlichen Zeiten unterwegs und konnte so Graz wahrlich anders erleben. Gänzlich ohne Lärm, ohne Hektik, ohne Luftverschmutzung. Und vor allem: ohne Menschen!


Die Elisabethstraße in Graz, eine der meist befahrenen Einfahrtsstraßen von Graz, aufgenommen um ca. 03.00Uhr morgens.


An Hand dieses Bildes lässt sich das sehr gut erkennen. Die Elisabethstraße schläft eigentlich nie. Auch nicht in Corona Zeiten. Sie ist der zentrale Knotenpunkt, um das Landeskrankenhaus Graz zu erreichen. Dementsprechend war hier auch mehr oder weniger viel Verkehr (meistens waren es Rettungsfahrzeuge).

Zur Entstehung dieses Bildes muss man folgendes wissen: die Elisabethstraße ist 1.478 m lang und völlig gerade. Also sehr gut einsehbar. Ich stand hier ca. im zweiten Drittel. Ich stoppte die Zeit, die ein Auto von der Innenstadt kommend bis zu mir brauchte. Das waren ca. 28 Sekunden. Die Belichtungszeit für dieses Foto lag bei ca. 10 Sekunden. Mir blieben also ca. 18 Sekunden, um mich richtig zu positionieren, mein Stativ aufzubauen und das Foto zu machen. Danach musste ich wieder schleunigst die Straßenmitte verlassen. Ich machte mir kleine Markierungen mit Kreide auf der Straße, um den richtigen Standpunkt für mein Stativ schnell zu finden. Dann musste ich wieder "verschwinden". So entstand nach vielen Versuchen dieses Bild mit einem gewissen "Seltenheitswert".

 

Am Hautpbahnhof in Graz.


Bei etlichen Motiven ist es notwendig, sich vorher eine entsprechende Genehmigung zu besorgen. Der Hauptbahnhof war der einzige Ort, wo das Security Personal mich auch entsprechend kontrollierte.


Ich fahre regelmäßig mit dem Zug zur Arbeit. Was gäbe ich dafür, wenn ich so eine Situation einmal in der Früh vorfinden würde . . .

 

in der Grenadiergasse entstand die "neue Dominikanerkaserne". Ein nicht unumstrittener Zu- bzw. Umbau.

 


Zwei spannende Ausschnitte, die ich gefunden habe. Das Zusammenspiel zwischen Natur und Bebauung auf der linken Seite bzw. der "K 1 Tower" in Graz Eggenberg.


 

Die Vorderansicht des im Retro Stil renovierte, legendäre Hotel Daniel

 

Am Eingang zur Grazer Oper.


Eine Auswahl meiner besten Bilder von Graz habe ich auf meiner Homepage unter folgendem Link zusammengestellt:



Alles Liebe wünscht Dir

Klaus






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