Waidmanns Dank.

Aktualisiert: 6. Apr 2019



Bei mir zu Hause hat der Frühling nun endgültig das Kommando übernommen. Die Farben werden wieder intensiver, besonders Grün beherrscht die Szenerie, unterbrochen von intensiven gelben Farbtupfern von Narzissen und Forsythiensträuchern. Zusätzlich zaubern auch die Frühlingsknotenblumen einen starken Kontrast in die immer satter werdenden Wiesen.

die ersten Fühlingsboten sind nicht mehr zu übrsehen

Höchste Zeit also, um zu schauen, wie es denn so in den Bergen ausschaut, das Sölktal ruft schon lange und laut nach mir.

Erste Station: der Schwarzensee in der Kleinsölk. Bestes Wander- aber leider nicht Fotowetter und ein tiefblauer Himmel erwarten mich. Je weiter ich ins Tal hinein fahre, umso größer werden die anfänglich nur kleinen Restschneefelder. Plötzlich, und viel zu früh, erschreckt mich ein Hinweisschild. "Straße gesperrt", das kann ich aber noch locker umfahren. 500 Meter weiter ist aber dann endgültig Schluss. Ein geschlossenes Gatter, gesichert mit einer schweren Kette signalisiert mir das Ende der Autofahrt. Dadurch verlängert sich mein Fußmarsch auf das Doppelte! Der Forstweg ist zwar fast schneefrei, links und rechts davon liegt aber noch gut ein Meter Schnee. Am Schwarzensee angekommen, ist dann der Weg zur Gänze "weg". Die ganz kurz herausragenden Pfosten eines Almzaunes bestätigen mir meine Einschätzung zur Schneehöhe. Ein paar wenige Spuren von Schitourengehern zeigen mir ungefähr die Richtung des Weges an. Ich bin -fast- alleine und es ist herrlich ruhig.


der Frühling muss noch etwas warten

Die Sonne hat es noch nicht über die steilen Bergflanken geschafft, es ist noch ziemlich frisch.



herrliche Stimmung am Schwarzense

Ich gehe weiter, ungefähr am Ufer des Sees entlang, als ich eine dumpfes Motorengeräusch wahr nehme. Zuerst denke ich an ein sehr tief fliegendes Flugzeug, aber plötzlich schießt ein Schi Doo mit gefühlten 100 km/h hinter einer Seebiegung hervor und rast quer über den zugefrorenen Schwarzensee. Der Aufsichtsjäger! Ich treffe Ihn etwas später beim Aufladen von Futter für das Wild. Wir plaudern lange über die heuer äußerst schwierige Situation der Tiere. Sie kommen regelmäßig ganz herunter, da es weiter oben fast nichts fressbares zu finden gibt. Man sieht das auch am starken Wildverbiss, viel stärker als in den Jahren zuvor. Der Jäger spricht mich auch auf ein Hinweisschild am Beginn des Tales an, worauf gebeten wird, auf Grund dieser schwierigen Situation in der Zeit zwischen 13.00 Uhr und 07.00 Uhr früh das Tal wegen der dringend notwendigen Fütterungen nicht zu betreten. Die Tiere warten teilweise direkt am Forstweg auf diese Hilfe. Ich kann das sehr gut verstehen und sichere dem Jäger zu, rechtzeitig aus dem Tal wieder draußen zu sein. Sehr freundlich bedankt er sich bei mir für das Verständnis (außerdem habe auch ich mittlerweile einen riesen Hunger . . . )



Meine zweite, geplante Station für heute ist das Bräualmtal. Dafür muss ich mit dem Auto wieder ganz hinaus aus dem Tal und in Stein an der Enns auf der anderen Talseite die Sölkpaßstraße bis St. Nikolai hinein fahren. Hier sind merklich mehr Wanderer und Schitourengeher unterwegs, der Weg ins Tal hinein ist eher eben und leicht. Der Bräualmbach schlängelt sich in vielen Kurven durch das Tal und glitzert in der Sonne.


die Bräualm mit merklich weniger Schnee. Im Hintergrund der große Knallstein

Hier mache ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Platz für den Sonnenuntergang. Doch ich bin einfach zu früh da, der Sonnenuntergang ist um ca. 18.20 Uhr. Jetzt ist es 16.00 Uhr und die Sonne verschwindet hinter den Bergen, es wird schlagartig ziemlich dunkel und vor allem kalt! Um mir die Zeit bis Sonnenuntergang zu verkürzen, wandere ich weiter in Richtung Talschluss, zum Dürrmoos Wasserfall. Doch schon nach wenigen Metern stoße ich abermals auf ein Hinweisschild, das man hier während der Wintermonate nicht weitergehen möge, um den Wild die notwendige Ruhe bei der Fütterung zu geben.

Ich denke an das nette Gespräch mit dem Aufsichtsjäger von heute vormittag und beschließe, diese Ruhe nicht zu stören, ich kehre wieder um. Damit ist zwar der Sonnenuntergang endgültig "gestorben", 2,5 Stunden zu warten, dafür ist es einfach zu kalt. Ich mache mich auf den Heimweg und werde am Ende des Sölktales, wo sich der Blick ins Ennstal weitet, mit einem wunderbaren Licht entschädigt!


mehr als eine Entschädigung für den verpassten Sonnenuntergang.



Das Wild hat wohl mittlerweile auch den ärgsten Hunger -in Ruhe- gestillt. Das Frühjahr ist hier wohl noch ein schönes Stück entfernt!

Alles Liebe

Klaus






















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© 2019 Klaus Bernhard