„Ein Wikinger am Berg“ oder

warum die Namensgleichheit gar nicht so weit hergeholt ist.



„Torstein“ ist ein Wikinger-Krieger und guter Freund von „Ragnar“ und „Floki“, stirbt aber angeblich durch giftige Pilze, die Floki ihm verabreichen ließ, um „Horik“ seine Treue zu beweisen (Quelle:vikings-fantom.com)


Alles klar? Mir nicht, aber das Wikinger-Thema ist ohnehin nicht ganz meines, dennoch bin ich beim Recherchieren drauf gestoßen. Mir geht es hier um den den mit 2.948 m zweithöchsten Berg im Dachsteinmassiv an dessen Südkante, in unmittelbarer Nähe zu den Bischofsmützen. Also genau im „Dreiländereck“ Salzburg, Oberösterreich und Steiermark.

Seine imposante Alleinlage war der Grund, Ihn für einen Übernachtungstrip zu besuchen.


"gandenlos wolkenlos"

 

So machte ich mich also alleine auf den vermeintlich „überschaubaren“ Anstieg (mit ca. 1 Stunde und etwa 350 Höhenmetern klingt das auch eher gemütlich), aber schon bald bemerkte ich, dass es echt „zach“ ist. Es sind halt immer wieder die gut 25 kg im Rucksack, die mir ordentlich zu schaffen machen. Dieses Mal musste ich auch noch an reichlich Wasservorrat denken und zusammen mit Zelt, Schlafsack, Kocher und und . . . muss ich einfach eingestehen, das letztendlich wohl meine -zu geringe- Kondition der Auslöser für diese Plagerei ist. Irgendwann, so nach 1 Stunde 40 Minuten (der schnellste war ich wohl nicht an diesem Tag) hatte die Schnauferei ein Ende. Oben auf der Sulzenschneid ist sogar ein kleines Bankerl neben dem Gipfelkreuz, das nahm ich in voller Länge in Beschlag!

Der Torstein ist da oben zum Greifen nahe. Von dort geht es nur noch über großflächige Geröllfelder und Kletterei auf den Gipfel.


Hinter den satten Gipfelwiesen beginnt der Bereich, der den Kletterern vorbehalten ist.

 

Auf die andere Seite hin eröffnet sich ein grandioses Panorama. Bis weit hinein ins Salzburger Land reicht die Sicht, immer dominiert von den Bischofsmützen. Ein genialer Aussichtsgipfel.

die Hütten der Sulzenalm, mit dem Auto zu erreichen, was praktisch ist, dafür herrscht aber reger Betrieb

 

Ich war sehr „zeitig“ am Nachmittag oben, so hatte ich genügend Zeit, mich auf die Suche nach interessanten Bildausschnitten zu machen.

die späte Nachmittagssonne. Mit etwas Glück beschert Sie Dir herrliche Kontraste

 

Es war sehr windig und -je länger ich da oben war- wurde dieser immer stärker! So musste ich wieder ein gutes Stück nach unten wandern, um endlich ein geschütztes Platzerl für mein Zelt zu finden. Sehr oft ist es auch eine echte „Challenge“, eine halbwegs ebene Fläche zu finden, da ansonsten die Schlaferei da oben im Zelt zu einer unbequemen Rutschpartie mutiert.


Nicht wirklich ebener Untergrund, dafür aber schön zwischen Latschen geschützt.

 

Wie schon erwähnt, war ursprünglich der Torstein die erste Wahl für mich. Schnell stellte sich aber heraus, dass sich um seinen Gipfel keinerlei Wolken befanden und damit verlor er -für den Sonnenuntergang- auch seine Attraktivität. Dafür sprangen dann die Bischofsmützen ein. Immer wieder verfingen sich Wolkenbänder in und um die Gipfel, ein sehr feiner Sonnenuntergang.







Ein leckeres und warmes Abendessen mit „etwas Bier“ (auch das habe ich mit hinauf geschleppt) vor dem Zelt lies mich alsbald in meinem Schlafsack kriechen . . .


Nächster Morgen. Um 03.45 Uhr stehe ich endgültig auf (ich schlafe meistens nicht gut im Zelt, immer wieder werde ich wach, außerdem hört man jede Menge ungewohnter Geräusche, die nicht zuordenbar sind . . . ). Trotz komplett trockener Nacht ist das Zelt außen „pitschnass“, der Temperaturunterschied und das Kondenswasser haben ganze Arbeit geleistet.


Ich hatte einen ungefähren Plan, wo ich mich zum Sonnenaufgang platzieren wollte. Es musste unbedingt ein Platz sein, wo ich zum einem Blick auf den Torstein, zum anderen aber auch auf die Bischofsmützen hatte (man weiß ja nie mit den Wolken . . . )


Ein heißer Kaffee ist Pflicht, ich liebe das Zischen des Gaskochers beim Erwärmen des Wassers und während der ersten, heißen paar Schlucke zeichneten sich bereits ganz zarte, orange Bänder am Himmel ab.



erste zarte Farben über dem Torstein.



 

Es ist jedes Mal von Neuem beeindruckend zu beobachten, wie sich beim Sonnenaufgang die Stimmung am Himmel (und auch am Boden) langsam, aber stetig ändert.




die Bischofsmützen


 

Hätte ich nur ein kleinwenig von der Kondition des Wikingers Torstein, so würd ich mich wohl auch viel leichter tun, um den Torstein in seiner Mächtigkeit zu bewundern.


PS: die Sonne ging an diesem Tag um ca. 05:15 auf. Durch den mächtigen Torstein erscheint Sie allerdings doch etwas später (aber für mich ist sowieso die Stunde VOR Sonnenaufgang die Schönste). Wenn man in Filzmoos Urlaub macht, dann kann man dort eine sog. „Sonnenaufgangswanderung“ buchen. Eine coole Idee! Ich denke aber, so eine Wanderung ist von der rechtzeitigen „Aufsteh-Willigkeit“ der Touristen abhängig. An diesem Tag gab es so eine Wanderung. Um ca. 07.30 Uhr (ich war schon fast am Abstieg) kamen Sie mir, noch ein ganzes Stück weit vom Gipfel entfernt, entgegen. Sehr motiviert, aber die schönsten Momente haben Sie wohl noch in Ihren Hotelbetten versäumt . . . zumindest heute!


Alles Liebe wünscht

Klaus


ganz alleine war ich aber nicht frühmorgens am Gipfel

 











































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