3 Tage in den Schladminger Tauern -18.8.2018

Aktualisiert: 4. Okt 2018



Die Schladminger Tauern sind ein Eldorado für Wanderer und Bergsteiger. Und für Fotografen. Die Region ist bekannt für ihren enormen Wasserreichtum, es werden wohl mehr als 200 größere und kleinere Seen sein, die sich anmutig zwischen imposanten Gipfeln einbetten. Gegen Ende August besuchte ich diese Gegend zum ersten Mal und wählte als meine Ziele den Giglachsee bzw. den Duisitzkarsee.

Der Giglachsee ist über die Ursprungalm relativ leicht in ca. 1 Stunde erreichbar (das ist sozusagen der "Trampelpfad" hinauf, der aber auch durchaus durch schöne Landschaften führt). Ich wählte zum Aufstieg jedoch eine längere Variante: mit dem Auto ging es ins Obertal bis "Hopfriesen". Von dort ging es dann gleich ziemlich steil bergan, zunächst durch den Wald, dann über eine Viehalm in Richtung Giglachplateau.


Aufstieg zum Giglachsee u. kurze Rast bei einer Viehalm

Von dort weg führte der Weg immer entlang des Giglachbaches. Oftmals verließ ich den Weg, um, teilweise wieder absteigend, direkt zu diesem Gebirgsbach zu gelangen. Größere und kleinere Wasserfälle, die sich Ihren Weg durch die Felsen bahnten, machen ihn für´s Fotografieren enorm attraktiv. Weiter oben schlängelt er sich dann durch saftige Almwiesen.


saftige Almwiesen und glasklares Wasser laden zum Rasten ein

Gute 4 Stunden und nicht ganz 1.000 Hm. später erreichte ich den Giglachsee, von da war es nur mehr knapp eine halbe Stunde bis zur Ignaz-Mattis Hütte, die etwas oberhalb des Sees gelegen, einen herrlichen Rundumblick bietet. Hier hatte ich mir einen Nachtplatz im Lager reserviert.

Der Giglachsee ist verhältnismäßig groß (zur Umrundung braucht man ca. 1 Stunde, mit dem Fotoapparat wurden daraus mehr als 3 Stunden) und ist gekennzeichnet durch viele kleine Buchten und einer Insel.

ein tolles Ufer mit unzähligen Einbuchtungen

Man findet hier jede Menge attraktiver Fotomotive. Am Tag ist der See sehr gut besucht, spannend wird es meist so gegen 16:30 Uhr, wo die meisten Tagesgäste den Rückweg ins Tal antreten. Dann wird es herrlich ruhig! Jetzt beginnt für mich die Zeit des Genießens und des "Schauens". Bei herrlich warmen Temperaturen konnte ich nun in Ruhe nach Motiven Ausschau halten, zum einen, um einen geeigneten Platz für den Sonnenuntergang zu finden, zum anderen, um die vielen Details rund um den See zu erkennen. Für den Sonnenuntergang entschied ich mich schlussendlich für eine leicht erhöhte Position, von wo aus ich den See und als Hintergrund die Steirische Kalkspitze (genau hier sollte auch die Sonne dann untergehen) als eine wunderbare Einheit fotografieren (wollte). Sehr geduldig wartete ich, ob mir die mittlerweile fast komplett geschlossene Wolkendecke eine Chance gibt. Sie gab mir keine und so kam ich ohne mein Wunschfoto erst gegen 21.00 Uhr wieder zur Hütte. 2 Bier (oder waren es 3 ?) und ein toller Blick über den See waren aber auch beiweiten keine schlechte Ausbeute.

Gegen 04.15 Uhr weckt mich mein Handy. Viel geschlafen habe ich nicht, 25 Menschen im rammelvollen Lager sorgten für eine permanente Geräuschkulisse. Zu allem Übel habe ich beim "beziehen" meines Hüttenschlafsackes auch noch meine Ohrstöpsel verloren, trotz Stirnlampe hatte ich keine Chance, sie wieder zu finden.

Vorbei an einer noch schlafenden Herde Kühe machte ich mich auf den Weg hinunter zum See. Einen geeigneten Platz für den Sonnenaufgang hatte ich mir schon am Vortag angeschaut. Der Himmel war abermals bedeckt. Wieder warten und wieder hoffen. Doch diesem mal hatte ich Glück. Für wenige Minuten tauchte die Sonne die Wolken in ein herrliches Rot-Orange (die Bilder dazu findet Ihr in meiner Galerie).


Die steirische Kalkspitze spiegelt sich in einer kleinen Pfütze

Der 2. Tag sollte mich zum Duisitzkarsee bringen. Hier wählte ich eine kurze Variante, nur knapp 2,5 Stunden Gehzeit sagte der Wanderführer. Nicht allzu schwer, hin und wieder etwas ausgesetzt, ging es flott voran. Der letzte Teil des Weges geht sehr steil bergab, ein Kar weit oberhalb gibt einen phantastischen Blick auf den See frei.


fast senkrecht unter mir liegt der See vor mir, klein aber fein

Ich war schon relativ früh auf der Duisitzkarseehütte (wo ich diesmal ein eigenes Zimmer bekam!) und so hatte ich den ganzen Nachmittag Zeit, die Gegend zu erkunden. Es war extrem warm und es waren viele Menschen da, die sich auch auf 1.648 m Seehöhe im See abkühlten. So hatte ich viel Zeit, mir ein ruhiges Plätzchen zu suchen, um diese wunderschöne Gegend zu genießen.

Der Duisitzkarsee ist im Vergleich zum Giglachsee um vieles kleiner und heimeliger. Jedoch ist er vom Tal aus auch in gut 1 Stunde erreichbar. Die Konsequenz daraus: "hier sieht man mehr Ballerinas als Bergschuhe"! Aber es war ein wunderschöner Sommertag, den ich dort oben verbringen durfte (an dieser Stelle noch einmal ein großes Danke Schön an Jürgen Weginger (weginger-photography.at) für den tollen Tip mit dem versteckten Wasserfall)!


so viele anmutige Plätze rund um den Duisitzkarsee

Der Sonnenuntergang fiel übrigens wieder aus. Diesmal aber nicht wegen eines bedeckten Himmels, sonder viel mehr aufgrund der Tatsache, das der See umgeben ist von sehr hohen Gipfeln, sodass die Sonne schon sehr bald hinter den Bergen verschwindet und es dadurch relativ schnell finster wird. Stattdessen machte ich vor dem Schlafengehen noch diese Aufnahme:


perfekt gelegen, tolles Essen, ein Erlebnis. Die Duisitzkarseehütte

Kurz vor dem Schlafengehen, ich saß noch gemütlich auf der Terrasse, kamen plötzlich 2 der "hütteneigenen" Ziegen über die Stufen herauf auf die Terrasse, gingen zielstrebig an mir vorbei in die Hütte hinein. Genial! Genau so genial war auch kurz darauf das Geschrei des Koches! Die waren wohl nicht zum ersten mal auf Besuch in der Küche.

Am nächsten Tag (übrigens habe ich sensationell geschlafen, eigenes Zimmer, keine "Geräusche, keine Oropax) wurde ich mit einem phänomenalen Sonnenaufgang empfangen (Bilder dazu auch in meiner Galerie). Ein üppige Frühstück und ein doch kurzer Abstieg in Richtung "Hopfriesen" ließen es ganz gemütlich angehen.

Mein Fazit: die Schladminger Tauern werden mich mit Sicherheit wieder sehen. Ich kannte sie bisher nur aus Erzählungen von meinen Eltern.

Ein unglaubliches Bergerlebnis, das ich in diesen 3 Tagen genießen durfte, macht Lust auf mehr. Und das gibt es dort auch in Mengen: Klafferkessel, Goldlacken und und und . . .



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